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Eröffnung im März: Die neuen Wohngruppen am Hermannsweg

In Tecklenburg eröffnen demnächst zwei Wohngruppen mit einem gemeinsamen Standort. Die traumapädagogischen Wohngruppen am Hermannsweg bieten komplex traumatisierten Kindern und Jugendlichen eine kurzfristige oder längerfristige Perspektive. Umgeben von Feldern und Wald, bietet das weiträumige Gelände viele Möglichkeiten, um neue Erfahrungen mit sich selbst und seinem Umfeld zu machen. Vor allem verkörpern die Wohngruppen den „sicheren Ort“, welcher für traumatisierte Kinder und Jugendliche von grundlegender Bedeutung für die emotionale und soziale Stabilisierung ist. Äußere und innere Sicherheit werden erfahrbar gemacht.

Traumapädagogische Intensivwohngruppe am Hermannsweg

Die Intensivwohngruppe am Hermannsweg richtet sich an komplex traumatisierte Kinder des Trauma-Typs 2, die chronische Traumafolgestörungen zeigen. Die Kinder werden darin unterstützt, sich selbst und ihre „Überlebensstrategien“ neu kennen und schätzen zu lernen. Mit der Erkenntnis um ihre Ressourcen werden Selbstsicherheit und Resilienz gestärkt. Schuldgefühle und Verantwortung werden wieder dort hin verortet, wo sie ursächlich hingehören.

Das traumapädagogische Arbeiten mit den Kindern umfasst drei Phasen:

  • Sicherheit erfahrbar machen und Transparenz erhalten
  • Die Arbeit mit dem Trauma: Verstehen und Auseinandersetzen
  • Die persönliche Entwicklung

In krisenhaften Verläufen ermöglicht das Team Auszeiten in Einzelbetreuung an einem Standprojekt. Es besteht ein gutes sozialräumliches Netzwerk, sowie fest verankerte Kooperationsstandards mit Kinder- und Jugendpsychiatrien. Die Platzzahl umfasst maximal 6 + 1.

Wohngruppe am Hermannsweg

Die Wohngruppe für Kinder und Jugendliche befindet sich gegenüber der Intensivwohngruppe. Die pädagogische Alltagsbetreuung wird u. a. ergänzt durch

  • Tiergestützte Pädagogik
  • Erlebnispädagogische Elemente
  • Naturnahe Angebote
  • Heilpädagogische Methoden.

Die Lage der Wohngruppe ermöglicht auch die Fortführung der Traumaarbeit. Darüber hinaus wird mit den Kindern und Jugendlichen eine Perspektive für sich entwickelt. Beheimatung wird erlebt und ein Gefühl von Zugehörigkeit und Annahme in ihr Selbstbild integriert. An die Wohngruppe ist ein Verselbstständigungsappartement angebunden. Die Platzzahl umfasst maximal 8 + 1.

Die multiprofessionellen Teams mit Zusatzqualifikationen stehen für eine intensive und vor allem konstante Betreuung. Über den Aufbau tragfähiger Beziehungen soll es komplex traumatisierten Kindern ermöglicht werden, neue Bindungserfahrungen zuzulassen. Die Mitarbeiter beider Wohngruppen arbeiten eng zusammen. Beide Teams werden regelmäßig durch einen Psychotherapeuten mit langjährigen Erfahrungen psychotraumatologischer und traumapädagogischer Prozesse unterstützt.


Wir hoffen, damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer qualifizierten Angebotsstruktur der Jugendhilfe im Kreis Steinfurt leisten zu können.